VALOVIS BANK AG und Valovis Commercial Bank AG leiten Verschmelzungsprozess ein

Essen, Neu-Isenburg - 12.01.2011

Essen, Neu-Isenburg, 12.01.2011. Die Valovis Commercial Bank AG, Neu-Isenburg, soll auf Ihre Muttergesellschaft, die VALOVIS BANK AG, Essen, verschmolzen werden. Das werden die zuständigen Gremien den Eigentümern auf den Hauptversammlungen am 26. und 27. April 2011 zur Entscheidung vorschlagen.

Die Bank verfolgt damit zwei strategische Hauptziele:
Zum einen vereint die neue VALOVIS BANK AG unter einem Dach fünf
Kerngeschäftsfelder, die sie in Deutschland als die Spezialbank für den Handel
ausweisen:

• Kreditkartengeschäft
• Absatzfinanzierung
• Konsumentenfactoring (B2C)
• Mittelstandsfactoring (B2B)
• Finanzierung von Handelsimmobilien

Zum anderen realisiert die Bank mit diesem Schritt auch Synergieeffekte: Die
zentralen Ressourcen Kapital, Liquidität und Mitarbeiter-Kapazitäten lassen sich
effizienter steuern. Und da künftig nur noch ein Bankbetrieb benötigt wird, erwartet die neue VALOVIS BANK AG mittelfristig Einsparungen von rund 10 Prozent der aktuellen Kosten, die sich 2010 in einer Größenordnung von rund 55 Mio. Euro bewegen.

Die Fusion soll im Laufe des Jahres 2011 rückwirkend zum 1. Januar erfolgen. Der Vorstand der neuen VALOVIS BANK AG mit Sitz in Essen wird sich – vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsorgane – aus Theodor Knepper (49) als Vorstandsvorsitzendem (bisher Vorstand VALOVIS BANK) und den beiden heutigen Vorständen der Valovis Commercial Bank Axel Frein (50) sowie Peter Rosenberger (46) zusammensetzen. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende der VALOVIS BANK Robert K. Gogarten (67) wird aus Altersgründen mit der Verschmelzung seine operativen Funktionen in der Bank beenden.

Theodor Knepper, designierter Vorstandschef der neuen VALOVIS BANK AG: „Nach der Herauslösung der VALOVIS BANK in 2005 und der Valovis Commercial Bank in 2009 aus dem Arcandor-Konzern planen wir jetzt den dritten und letzten strategischen Schritt, mit dem wir das Profil unserer Bank als der Finanzspezialist für die Handelsbranche komplettieren. Wir haben damit ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal im deutschen Bankenmarkt, mit dem wir unsere inzwischen unabhängige Marktposition weiter ausbauen.“

Die bisher in den von Synergiepotenzialen betroffenen Bereichen beschäftigten
Mitarbeiter sollen größtenteils an anderen Stellen des Unternehmens eingesetzt werden, an denen durch den Expansionskurs erhöhter Personalbedarf besteht. Derzeit arbeiten für die VALOVIS BANK 67 und für die Valovis Commercial Bank 191 Mitarbeiter. Bei der neuen Bank werden somit zunächst insgesamt 258 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Aus organisatorischen Gründen und im Interesse der Mitarbeiter wird die Bank
zunächst an den beiden bisherigen Standorten Essen und Neu-Isenburg tätig sein. Die Planungen für einen Neubau im Raum Frankfurt werden fortgeführt.

Durch die beabsichtigte Verschmelzung wird die Kapitalbasis der VALOVIS BANK AG    flexibler einsetzbar und somit werden neue Spielräume für den Expansionskurs in den Kerngeschäftsfeldern geschaffen. Per 30.11.2010 betrug das haftende Eigenkapital der VALOVIS Gruppe rund 290 Mio. Euro, was eine im Bankensektor überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquote (nach Solvabilitätsrichtlinien) von rund 11,4 Prozent bedeutet. Da es sich durchgängig um hartes Kernkapital handelt, würde die VALOVIS BANK AG auch die aktuell diskutieren Eigenkapitalanforderungen nach Basel III einhalten. Die neue Bank profitiert außerdem von den Finanzierungsmöglichkeiten über den Pfandbriefmarkt und sichert sich so weiterhin eine stabile Refinanzierungsbasis.

Zum 30.11.2010 erwirtschafteten die beiden Banken gemeinsam ein Ergebnis von -4,7 Mio. Euro pro forma, was auf Restrukturierungskosten in beiden Banken, Kosten im Rahmen der Arcandor-Insolvenz sowie auf Abschreibungen im Kreditbereich zurückzuführen ist. Die gemeinsame Bilanzsumme lag bei etwa 5 Mrd. Euro pro forma. Trotz der anfallenden Fusions- und Restrukturierungskosten wird die neue VALOVIS BANK AG nach heutiger Planung 2011 ein deutlich positives Ergebnis vorweisen können. 

Fünf Geschäftsfelder der neuen VALOVIS BANK mit Erfolgsperspektiven 

Dass die Fokussierung auf den Handel ein tragfähiges Geschäftsmodell ist, belegen die jüngsten Erfolge, die in den einzelnen Geschäftsfeldern sichtbar sind. Allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres konnte die Bank im Bereich der CoBrand-Kreditkartenprogramme zwei langfristige Kooperationen mit der Kaffee- und Handelskette Tchibo sowie der ERGO-Versicherungsgruppe vereinbaren. Mit weiteren namhaften Interessenten werden aktuell Verhandlungen geführt. Mit rund 850.000 ausgegebenen Karten ist die neue Valovis Bank der größte deutsche Emittent von MasterCards im CoBrand-Bereich. Bis Ende November 2010 wurde in diesem Geschäftsfeld ein Kartenumsatz von ca. 830 Mio. Euro erzielt. Designierter Markt-Vorstand Axel Frein: „Die neue VALOVIS BANK ist strategisch gut für die Fortsetzung ihres Expansionskurses aufgestellt. Unsere Kunden aus der Handelsbranche bestätigen uns, dass unser Lösungsportfolio die Bedürfnisse des Handels umfangreich abdeckt. Wir erwarten beispielsweise, bis Ende 2011 nahe an die Schallmauer von einer Million Kreditkarten zu gelangen.“

Bei der Absatzfinanzierung wurden bis November 2010 über 70.000 Neukunden akquiriert. Insgesamt wurde ein Neugeschäftsvolumen von rund 84 Mio. Euro erreicht,
das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Das Bestandsvolumen an Absatz- finanzierungen erreichte zum Ende November 2010 rund 93 Mio. Euro.

Das Mittelstandsfactoring (B2B) ist bei der Valovis Commercial Bank seit dem
Frühjahr 2010 in der Aufbauphase; die neu geschaffene Organisationseinheit hat jetzt ihre Akquisitionsaktivitäten gestartet und kann bereits erste Erfolge vorweisen. Hier hat die Bank inzwischen ein Volumen an Finanzierungs-Limits von 54 Mio. Euro erzielt.

Bei dem sogenannten Konsumentenfactoring-Geschäft (B2C) handelt es sich um den fortlaufenden Ankauf von Forderungen gegenüber Endkunden aus dem Verkauf von Waren- und Dienstleistungen. Im Zentrum steht bei der VALOVIS BANK das Versandhandels- geschäft, bei dem der e-Commerce-Bereich einen immer wichtigeren Stellenwert erlangt. Die Gesamtforderungen haben inzwischen eine Milliarde Euro überschritten.

Im Bereich Immobilienfinanzierung bietet die VALOVIS BANK ihren gewerblichen Kunden das gesamte Spektrum der Finanzierungsmöglichkeiten an. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Finanzierung von Handelsimmobilien, bei denen die Bank in der Entstehungs- phase oder bei der Revitalisierung auch Mezzanine-Tranchen einsetzt. Daneben finanziert sie auch die langfristigen Zahlungsströme aus der Nutzung von Wohn-, Logistik- und Büroimmobilien. Das Geschäftsvolumen in der Immobilienfinanzierung liegt zurzeit bei rund 1,6 Mrd. Euro. Das Neugeschäftsvolumen betrug zum 30.11.2010 119 Mio. Euro. 

Zur Vorgeschichte:
Sowohl die VALOVIS BANK als auch die Valovis Commercial Bank hatten zentrale Funktionen innerhalb des Arcandor-Konzerns inne: Erstere wurde 2001 als Karstadt Hypothekenbank AG zur Durchführung von Immobilienfinanzierungen gegründet und firmierte 2007 um zur Valovis Bank AG. Sie betreibt die Geschäftsfelder
Konsumenten-Factoring und Immobilienfinanzierung.

Die Wurzeln der Valovis Commercial Bank gehen auf die Gründung im Jahr 1990 zurück. Zunächst betrieb sie das Kundenkartengeschäft der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH und entwickelte sich dann als KarstadtQuelle Bank zum Full-Service-Finanzdienstleister für den Arcandor-Konzern. Seit April 2009 ist die Valovis Commercial Bank eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der VALOVIS BANK AG, Essen. Damit wurde die Basis geschaffen, sich unabhängig im Wettbewerb zu behaupten und so eine gesicherte Zukunft anzusteuern. Dazu hat sie sich im März
2010 mit einem neuen Geschäftsmodell eigenständig am Markt positioniert. Als erstes Kreditinstitut in Deutschland fokussiert sie sich dabei zunächst auf die drei Kerngeschäftsfelder Kreditkarte, Absatzfinanzierung und Factoring.

Alleiniger Eigentümer der Unternehmens-Gruppe VALOVIS BANK AG ist der KarstadtQuelle Mitarbeitertrust e.V.

Ansprechpartner:
Thomas Pfaff
c/o Thomas Pfaff Kommunikation
Höchlstr. 2
81675 München
Tel.: 089-992496-50
Mobil: 0172-8312923
kontakt@pfaff-kommunikation.de

verfasst am 14.01.2011 von Pressemitteilung.
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