31. August 2010 - Am frühen Abend endete die erste Verhandlungsrunde zwischen dem Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR) und den Gewerkschaften DBV – Deutscher Bankangestellten Verband und DHV – Die Berufsgewerkschaft ohne Ergebnis. Die zweite Verhandlungsrunde wird am 10.
September 2010 in Neu-Isenburg stattfinden. Im Zentrum der Diskussion am heutigen Dienstag stand die wirtschaftliche Lage der genossenschaftlichen Bankengruppe.
Während die Gewerkschaften ihren Blick in erster Linie auf das erfolgreiche Jahr 2009 richteten, mahnte die Arbeitgeberseite, zukünftige Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren. Der ohnehin scharfe Wettbewerb wird das Filialgeschäft, in dem die meisten Mitarbeiter tätig sind, weiter unter Druck setzen. "Die hier zu erwartenden Rückgänge des Zinsüberschusses können bei einer absehbar abflachenden Zinsstrukturkurve nicht mehr kompensiert werden", so Axel Lekies, Verhandlungsführer des AVR. Auch auf der Kostenseite gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Mit der Bankenabgabe und der Einführung einer Europäischen Einlagensicherung drohen zusätzliche Belastungen.
Vor diesem Hintergrund wies der AVR die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften als überhöht zurück. "Darüber hinaus gibt es für die Mitarbeiter in Genossenschaftsbanken keinen Nachholbedarf", ergänzt Axel Lekies. "In den letzten Jahren führten unsere Tarifabschlüsse zu deutlichen Reallohnzuwächsen."
Erklärtes Ziel der Arbeitgeberseite ist es, die Genossenschaftsbanken in ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu unterstützen. Dazu gehört es, Gehaltsabschlüsse mit moderaten Reformschritten zu verbinden. Zwischen den Parteien wurde vereinbart, Einzelheiten hierzu in einem Gespräch auf Arbeitsebene zu vertiefen.
Der AVR vertritt die Interessen des genossenschaftlichen Bankensektors – darunter 1.050 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die DZ BANK und die WGZ BANK – mit rund 166.000 Beschäftigten.
Verhandlungsführer ist Bankdirektor Axel Lekies, Vorstandsmitglied der Volksbank Herrenberg-Rottenburg.
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