Internet zwingt Zeitschriftenverlage zu neuen Geschäftsmodellen

Das Internet setzt das traditionelle Geschäftsmodell der Zeitschriftenverlage zunehmend unter Druck. Denn immer mehr Käufer wollen Zeitschriften auch als digitale Ausgabe im Internet, auf dem Handy oder als E-Paper lesen, gleichzeitig aber deutlich weniger zahlen als für das gedruckte Heft. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hervor geht, wünschen sich weltweit rund 60 Prozent der Zeitschriftenleser eine digitale Ausgabe zumindest als Ergänzung, Leser unter 15 Jahren ziehen digitale Zeitschriften der Printausgabe sogar vor. Allerdings wollen die Käufer für ein elektronisches Magazin nur rund halb so viel ausgeben wie für den gedruckten Titel.

Auch wenn einige Verlage bereits gedruckte Magazine zu Gunsten digitaler Ausgaben eingestellt haben, wird dies auf absehbare Zeit eher die Ausnahme bleiben. Allerdings würde jeder zweite Leser seine Lieblingszeitschrift auch dann kaufen, wenn sie ausschließlich in digitalem Format erhältlich ist. Insbesondere Frauen können sich aber kaum vorstellen, ihre favorisierte Zeitschrift nur noch auf dem Bildschirm zu lesen. Nur 29 Prozent würden eine rein digitale Ausgabe kaufen, bei den Männern beläuft sich der Anteil auf 41 Prozent.

Die Vorlieben der Käufer hängen dabei auch von ihrer nationalen Herkunft ab. So haben in China, Indien und Russland zwischen 70 und 80 Prozent der Befragten kein Problem damit, Zeitschriften ausschließlich auf ihrem Handy oder PC zu lesen. In Deutschland und den Niederlanden wären hingegen nur 35 Prozent dazu bereit. Selbst in den USA würde nur gut die Hälfte der Leser einer Zeitschrift die Treue halten, die nur noch digital erscheint.
Digital zum halben Preis

Wie viel eine digitale Zeitschrift kosten darf, hängt auch von der Art des digitalen Angebots ab. Für eine Zeitschrift auf dem Handy würden Käufer im Durchschnitt nur 35 Prozent vom Preis der Printausgabe zahlen, für ein E-Paper auf dem PC hingegen 47 Prozent. Im Paket mit dem gedruckten Titel werden digitale Zeitschriften für Verlage sogar zum Verlustgeschäft. Denn für E-Paper und Printmagazin gemeinsam würden Konsumenten nur 66 Prozent vom Preis des Magazins zahlen. Dies erklärt auch, warum Zeitschriftenverlage digitale Ausgaben und die Printversion ihrer Zeitschriften unterschiedlich gestalten.

verfasst am 22.07.2011 von CC10.
Stichworte:
handy internet zeitung
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