Nach Einschätzungen von Experten bleibt Geldwäsche immer mehr im Dunklen verborgen, d.h. die Kriminellen gehen immer gewitzter vor. Im vergangenen Jahr registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) etwa 7.350 Verdachtsanzeigen, was 19 Prozent weniger als im Vorjahr ausmacht. Immer ausgeklügeltere Methoden und Vorgehensweisen machen es den Ermittlern schwer, den Betrügern auf die Schliche zu kommen.
Wie der BKA-Präsident Jörg Ziercke in Berlin sagte, lägen die Gründe für den Rückgang der
Verdachtsanzeigen vor Allem in den immer sichereren Bank- und Zahlungsverkehrssystemen. Allerdings geht aber auch gleichzeitig davon aus, dass die Dunkelziffer der
Geldwäschefälle enorm hoch ist. Der zuständigen Stelle des BKA sei es unmöglich, alle Fälle aufzuspüren. In 65 Fällen, die aufgespürt wurden, ging der verdacht auf Terror-Finanzierung hin. 2008 wurden immerhin 13.490 Verdächtige ermittelt.
Auch der Präsident der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), Jochen Sanio, ist pessimistisch. Er sagte: „Die neuesten der eingesetzten Techniken kennen - so fürchte ich - nur die Täter.“
Ziercke geht sogar noch einen Schritt weiter. Er befürchtet, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise die Hemmschwelle bei den Unternehmen und Finanzinstituten senken lässt und diese sich leichter auf Geschäfte mit kriminellen Geldern einlassen würden.
Zwar ist die Summe der in Deutschland sicher gestellten Geldwäsche-Scheine nur ein kleiner Bruchteil, doch sowohl Ziercke als auch Sanio plädieren auch weiterhin für einen strengen Einsatz im Kampf gegen diese Betrügereien. Gefordert werden international gültige Standards und abgestimmte Vorgehensweisen.
verfasst am 20.01.2012 von Redaktion kerner.de.
Stichworte:
Geldwäsche, Verdacht, Verdachtsanzeige, Terror-Finanzierung, BKA, Bundeskriminalamt, BaFin, Anzeige
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