Der Zucker und das Insulin ist ein kompliziertes Wechselspiel.
Insulin sorgt für den Transport des Zuckers in die Körperzellen und senkt den Blutzuckerspiegel auf diese Weise wieder ab. Solange Insulin im Blut ist, stagniert der Abbau von Fett. Insulin ist ein Masthormon - Essen wir also zu viele Kohlenhydrate, verbrennt unser Körper weniger Fett. Dadurch sinkt unser gutes HDL-Cholesterin und die Triglyzerid-Werte erhöhen sich. Das schlechte LDL-Cholesterin wird aggressiv (atherogen). Es entsteht nicht selten eine Diabetes mellitus Typ 2, Herzinfarkt oder Schwangerschaftsdiabetes.
Der Mediziner Walter C. Willett stellte dabei fest, dass die fettarme Ernährung NICHT so gesund ist wie angenommen. Willett kam in seinen Studien zu dem Ergebnis, dass die Kohlenhydrate die Blutfettwerte erhöhen (KH senken den Anteil an gesundem HDL-Cholesterin, und das kann langfristig zu Herzkrankheiten führen). Beim Verzehr von Kohlenhydraten wird immer ein bisschen mehr Insulin ausgeschüttet, als der Körper braucht. Demzufolge fällt der Blutzuckerspiegel bald wieder unter das Ausgangsniveau ab. Dies wird dann vom Körper als Hunger gedeutet. Greift man zum nächsten Zuckerteilchen, schnellt der Blutzuckerspiegel wieder in die Höhe. Häufige Zucker-Insulin-Stöße können zu einer Insulinresistenz führen. Dies kann dann zu Diabetes Typ Zwei führen.
Der Verdauungsspezialist Dr. med Franz Xaver Mayr (Wien) war 30 Jahre lang Kurarzt in Karlsbad. Er sagte, dass Vollwertkost nichts nützt, wenn sie nicht ordnungsgemäß verdaut wird.
Der aus Salzburg stammende Arzt med. Wolfgang Lutz litt 45 Jahren an Arthritis und Hüftarthrose. Er kam zu der Erkenntnis, dass konzentrierte Kohlenhydrate für hormonelle Störungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Gicht und Rheuma verantwortlich sind. Er heilte seine Leiden durch eine kohlenhydratarme Ernährung.
Low Carb Ernährung gibt es schon sehr lange. Der Ernährungswissenschaftler William Banting (1797-1878) schrieb das erste Buch über Low-Carb-Diät. Sein Buch (Letter on Corpulence), das 1864 erschien, wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Diese Diät wurde also schon Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Banting-Kur auch in Deutschland populär. In dem Konversationslexikon (Mayer) wurde sie als Heilung von Wohlbeleibtheit und Fettsucht bezeichnet und ist der Vorläufer der Atkins-Diät. Wissenschaftlich war diese Atkins-Diät bis vor ein paar Jahren wenig akzeptiert wegen dem Cholesterinstoffwechsel.
Der Grund für die positive Wirkung von kohlenhydratarmer Kost könnten die so genannten Keton-Körper sein, die die Leber während der Ketose als Energieträger bildet.
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Jutta Schütz (Journalistin, Psychologin, Dozentin) schreibt Bücher, die anspornen, motivieren und spezielles Insiderwissen (auch über Low-Carb) liefern. Weitere Informationen zur Autorin und ihren Büchern finden Sie in den Verlagen: tredition Hamburg und im Verlag: BoD Norderstedt.
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