Unser gestriger Bericht über Sicherheitsmaßnahmen bei Bankprodukten für eine Zielgruppe mit nicht ganz sauberer Schufa- Auskunft hat für Aufsehen gesorgt. Uns erreichten zahlreiche Emails von unseren Lesern, welche uns über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen informierten, zum Beispiel über die Limits der TNL- Karten (MediusCard, DCard etc.)
Das Finanzinstitut TNL aus Gibraltar drängt derzeit massiv auf den deutschen Markt. Dessen laut deren eigenen AGB's fehlende gesetzliche Einlagensicherung interessiert dabei weder TNL noch dessen Vertriebspartner, welche die TNL- Karten in Deutschland vertreiben.
Wer uns die fehlende Einlagensicherung nicht glaubt, kann beispielsweise hier nachlesen:
www.mediuscard.com/static/de/TAN_AGB.pdf
Auszug (Abschnitt 21): "Das Einlagensicherungssystem Gibraltars deckt kein von uns ausgestelltes E-Money und keine in Bezug auf durch uns ausgestelltes E-Money erhobenen Forderungen ab. Es gibt kein System zur Entschädigung von E-Moneyinhabern in Fällen in denen wir nicht in der Lage sind, gegen uns erhobene Forderungen in Bezug auf E-Money zu befriedigen."
Die bekanntesten deutschen TNL- Ableger sind zum einen die aus der Fernsehwerbung bekannte MediusCard, und Karten wie z.B. die DCard.
Durch Zuschriften von Lesern unseres Finanzblogs wurden wir auf folgende Einschränkungen aufmerksam gemacht, welche teilweise erst seit kurzem gültig sind:
1.)
Die erste eingehende Überweisung eines jeden fremden Girokontos (mit Ausnahme bekannter Konten z.B. vom Arbeitsamt) wird 14 Tage eingefroren.
2.)
Scheinbar neu ist, daß auch die Aufladung der TNL- MasterCards mit PaySafeCards und Ukash eingeschränkt wurde. Scheinbar sind so nur noch Aufladungen bis maximal 250€ pro Monat möglich. Zumindest wurde uns das von einem Mediuscard- Kunde so schriftlich mitgeteilt.
Recht umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergreift auch die Schwäbische Bank als Herausgeber der Global MasterCards. Die "Premium"- Variante mit integriertem einfachen Konto läßt nur einen maximalen Kontostand von 10.000€ zu. Die Beschwerden darüber halten sich nach unseren Infos aber in Grenzen: Leute mit Schufa- Negativeinträgen verfügen in der Regel nicht über derartige Bargeld- Reserven. Die Einlagen bei dieser Bank aus Stuttgart sind mit deutscher Einlagensicherung abgesichert.
Kommentar der Redaktion von kerner.de:
Die schufafreie Zielgruppe dieser Angebote birgt offensichtlich ein höheres Betrugsrisiko. Die Finanzinstitute unternehmen einiges, um dagegen vorzugehen.
So manches Angebot für eine schufafreie Kreditkarte auf Guthabenbasis verfügt über keinerlei gesetzliche Einlagensicherung. Jeder Interessent kann nur selber entscheiden, ob er sein Geld einem solchen Finanzinstitut anvertraut.
Über Ihre Erfahrungen mit Prepaid- Karten und deren Einschränkungen freuen wir uns.
Diskutieren Sie hier mit!